Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 18. Februar 2014 


  • Zalandos Börsengang würde das Lebenswerk der Samwer-Brüder krönen    

Zalandos Börsengang würde
das
Lebenswerk der
Samwer-Brüder krönen
     

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL            FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kennen Sie Zalando? Ja klar kennen Sie Zalando. Jeder kennt Zalando. Obwohl das Unternehmen erst vor sechs Jahren in einem Berliner Keller gegründet wurde, hat es mittlerweile einen Bekanntheitsgrad erreicht wie Coca-Cola. Sie erinnern sich bestimmt noch an den Werbespot mit Rainer Langhans.

Zalando will jetzt an die Börse

Und jetzt strebt Europas größter Online-Modehändler an die Börse. Dieses Jahr noch soll der Börsengang erfolgen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht. Immerhin ist der Umsatz im letzten Jahr um 50% auf 1,8 Mrd. Euro gestiegen. 4.000 Mitarbeiter in 15 Ländern arbeiten heute für Zalando. 4 Mio. neue Kunden konnte das Unternehmen in 2013 gewinnen. Trotzdem schreibt das Unternehmen, bei denen wir Frauen angeblich vor Glück zu kreischen beginnen, auch nach sechs Jahren noch rote Zahlen. Verantwortlich hierfür sind die klare Expansionsstrategie, aber auch die hohen Kosten für die Retouren. Angeblich wird jedes zweite Stück bestellter Ware wieder zurückgesendet.

Eigentümer verhandeln bereits mit Investmentbanken

Wie Insiderkreise berichten, verhandeln die Eigentümer schon mit einigen Investmentbanken, um dem Börsengang den Weg zu ebnen. Der erste Schritt erfolgte bereits Anfang Dezember letzten Jahres: Zalando wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Darüber hinaus wurde Lothar Lanz, Finanzvorstand von Axel Springer, in den Aufsichtsrat von Zalando berufen. Er hat bereits den Börsengang von ProSiebenSat.1 begleitet.

IPOs sind wieder in

Gerade in den USA reißt die Kette der Unternehmen, die es an die Börse drängt, nicht ab. Zuletzt löste Twitter mit seinem IPO einen wahren Medien-Hype aus. IPO steht für Initial Public Offering und bedeutet das erstmalige öffentliche Anbieten von Aktien an der Börse. Unternehmen entscheiden sich für den Börsengang, um so an frisches Kapital zu kommen und weiter expandieren zu können.

Wem gehört Zalando eigentlich?

Jetzt also Zalando. Doch wer steht eigentlich hinter dem Unternehmen Zalando? Zalando wurde 2008 von David Schneider und Robert Gentz in Berlin mit Investorenkapital der Rocket Internet, einer Beteiligungsgesellschaft der drei Samwer-Brüder, gegründet. 37% des Unternehmens werden von der schwedischen Beteiligungsgesellschaft Kinnevik gehalten. 18% besitzen die Samwer-Brüder und mit 10% ist der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen beteiligt.

Die drei Samwer-Brüder - Vorbild für alle Start-ups

Erinnern Sie sich noch an die Jamba-Klingeltöne oder das Internet-Auktionshaus Alando? Das sind nur zwei Unternehmen, die die drei Samwer-Brüder Marc, Oliver und Alexander erfolgreich gestartet haben und dann für viele Millionen Euro an andere Unternehmen verkauft haben. 25 Exits, so nennt man den erfolgreichen Verkauf eines Start-ups, haben die Drei mittlerweile vollzogen. Die Auktionsplattform wurde beispielsweise für 50 Mio. Dollar an Ebay verkauft. Der Verkauf von Jamba an Verisign spülte 273 Mio. Dollar in die Kasse.

Die Samwer-Brüder zeichnen sich dadurch aus, dass sie Geschäftsmodelle kopieren und nachahmen, statt selbst Ideen zu entwickeln. Und diese bieten Sie dann der Konkurrenz zum Kauf an. Was schon in vielen Fällen erfolgreich geklappt hat, aber auch einigen unangenehm aufstößt. Fest steht, sie gehören zu den bekanntesten Internetunternehmer bzw. -investoren in Deutschland. Man schätzt das Vermögen der Brüder auf 350 Mio. Euro.

Der Börsengang von Zalando wäre sozusagen das Sahnehäubchen im Internet-Imperium der Samwer-Brüder. Ob und wann es soweit ist, wird sich zeigen. Auf jeden Fall werden wir die Entwicklungen rund um Zalando weiter für Sie beobachten.

Herzliche Grüße

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Sie fragen sich sicher auch, wie Dieter Wendts Millionen-Projekt gestartet ist. Daher werde ich ihm diese Woche auf den Zahn fühlen. Lesen Sie das Interview am Freitag hier an dieser Stelle.
  


Abbestellen des kostenlosen Newsletters

Wenn Sie diesen kostenlosen Newsletter abbestellen wollen, klicken Sie bitte HIER.

Ihnen wurde dieser kostenlose Newsletter weitergeleitet
und Sie wollen ihn nun auch beziehen?

Gehen Sie einfach auf www.boersenspiegel.com und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das entsprechende Formularfeld ein.

Kritik, Fragen, Anregungen?
Senden Sie uns eine E-Mail an patrycja.jopek@boersenspiegel.com.

Risikohinweis
Bitte beachten Sie: Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber für vertrauenswürdig erachtet. Dennoch ist die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der Ausführungen für die eigene Anlageentscheidung möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Wir geben zu bedenken, dass Aktien grundsätzlich mit Risiko verbunden sind. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Sie sollten sich vor jeder Anlageentscheidung weitergehend beraten lassen. Der Herausgeber kann Short- oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Copyright: © 2014 MECONOMICS. Nachdruck (auch auszugsweise), kommerzielle Weiterverbreitung und Aufnahme in kommerzielle Datenbanken nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Herausgeber:
MECONOMICS GmbH, Flemingstrasse 20-22, 36041 Fulda
 V.i.S.d.P.: Jürgen Schmitt, Fulda


Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH