Börse, Wirtschaft, Lifestyle - Was Anleger & Börsenprofis bewegt

Ausgabe vom 07. Februar 2014 


  • Neujahrsfest in Asien: Was das „Jahr des Pferdes“ für die Börsen bedeutet
  • EZB belässt Leitzins bei 0,25% und sorgt damit für Turbulenzen
  • Walt Disneys Zahlen lassen Aktienkurs explodieren    

Neujahrsfest in Asien:
Was das „Jahr des Pferdes“
für die Börsen bedeutet
     

von Cindy Ullmann

Redaktion BÖRSEN-SPIEGEL            FacebookLike   TwitterFollow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gestern rief mich eine Freundin aus Vietnam an. In vielen asiatischen Ländern feiern die Menschen ja zur Zeit das Neujahrsfest. Meine Freundin, die gerade Urlaub in Vietnam macht, meinte, es wäre der reinste Wahnsinn. Man hätte sie schon vorgewarnt, dass alle Geschäfte und Restaurants geschlossen hätten und das öffentliche Leben praktisch still stehen würde. Etwas zu essen bekomme sie wohl noch, aber es herrsche schon eine Art Ausnahmezustand. Alles was Beine hat, ist unterwegs zur Familie. Auch in China wird das Fest groß gefeiert und zwar ganze 15 Tage lang. Offiziell sind es zwar nur drei Feiertage, aber das hindert die Asiaten nicht daran, ihr wichtigstes Fest volle zwei Wochen lang zu zelebrieren.

Zwei Wochen lang feiern die Asiaten das neue Jahr

Bereits am letzten Tag des Jahres wird das Fest im Kreise der ganzen Familie mit einem großen Festmahl begangen. Fisch und Huhn stehen auf dem Speiseplan, da sie „Wohlstand“ verheißen. Man kleidet sich rot und die Kinder erhalten rote Umschläge mit Goldgeschenken. Und so geht es lustig weiter. Am Neujahrstag, der dieses Jahr am 31. Januar 2014 stattfand, bekommen dann die ledigen Familienmitglieder Goldgeschenke. Darüber hinaus gedenkt man der Ahnen. Am zweiten Tag kehren dann die verheirateten Töchter mit ihren Männern zu ihren Familien zurück und es gibt wieder Geschenke. Tag drei und vier werden für weitere Verwandtenbesuche genutzt. Natürlich wird auch hier reichlich geschlemmt und Gold verschenkt. Am fünften Tag zelebriert man den Geburtstag des chinesischen Wohlstandsgottes mit einem Frühstück. Am siebten Tag hat jeder Geburtstag, da individuelle Geburtstage früher keine Rolle spielten und es gibt wieder Goldgeschenke. Am neunten Tag wird der Jadekönig des Himmels angebetet und am fünfzehnten Tag findet das Laternenfest statt. Damit endet das Neujahrsfest. Und China kehrt wieder zum Alltag zurück.

Chinas Börse hat den Einbruch der Schwellenländer verpasst

Natürlich sind die Börsen in Asien und insbesondere in China während dieser Zeit geschlossen und öffnen beispielsweise in China erst heute wieder. Somit haben die Chinesen den Aktieneinbruch und die Fast-Erholung der Schwellenländer vollends verpasst.

Warum erzähle ich Ihnen das alles? Erstens wird China ohne Frage eine immer wichtigere Rolle im weltweiten Wirtschaftsgefüge spielen und vielleicht sogar die USA als Nummer eins ablösen. Ich finde, da sollte man sich schon jetzt mit den Bräuchen dieser fremden Kultur vertraut machen. Zweitens will ich Ihnen anhand des Neujahrsfestes klar machen, welchen Effekt solche Feste auf den Goldpreis haben können. Der enorme Goldkauf in China kann den Goldpreis steigen lassen. Der gleiche Effekt tritt übrigens zur Hochzeitssaison in Indien (November bis Februar) ein. Auch hier wird traditionell Gold verschenkt.

Wie werden Chinas Börsen nach den Feiertagen öffnen?

An China scheiden sich ja die Geister. Ist es weiterhin das Land der aufgehenden Sonne mit einem unbegrenzten Wachstum oder steht es kurz vor dem Kollaps? Dank des Neujahrsfestes konnte sich China den Marktentwicklungen der Schwellenländer entziehen, heute bei der Wiedereröffnung wird man sehen, was passiert. Einen kleinen Vorgeschmack bietet der Hang Seng-Index in Hongkong. Nach zwei Handelstagen Pause vermeldete dieser einen Kursrutsch von zweieinhalb Prozent.

Das „Jahr des Holzpferdes“ wird turbulent

Am 31. Januar wurde nun das „Jahr des Holzpferdes“ eingeläutet. Für die Chinesen beginnt mit dem „Jahr des Holzpferdes“ ein neues spannendes Jahr. Da das Pferd für Temperament und Unruhe steht, sind die Vorzeichen schon einmal besser als im Vorjahr. Dennoch glauben viele Chinesen, dass es ein turbulentes Jahr wird und viele Veränderungen vor ihnen liegen. Allerdings steht Holz auch für eine gewisse Stabilität.

Laut CLSA-Feng-Shui-Experten standen die Aktienmärkte in drei der letzten fünf Pferdejahre am Jahresende höher als zu Beginn. Besonders das letzte Holzpferdjahr hat sehr positiv abgeschnitten. Die Chinesen sehen also optimistisch in die Zukunft.

Daimler überzeugt chinesische Autokäufer

Wie wichtig der chinesische Markt auch für deutsche Unternehmen ist, zeigt Daimler. Der Autobauer verkündete am Mittwoch, dass er im heiß umkämpften chinesischen Markt im Januar 45% mehr Fahrzeuge abgesetzt hatte als im Vorjahr. China ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für die Automobilunternehmen. Immerhin wurde für den Automarkt im Jahr 2014 eine Wachstumsrate in Höhe von 9 bis 11% vorhergesagt.

EZB belässt Leitzins bei 0,25%

An den anderen asiatischen Märkten, Ausnahme Japan, gab es gestern vor dem EZB-Zinsentscheid ein leichtes Aufatmen. Ach ja, der EZB-Zinsentscheid. Trotz der gesunkenen Inflationsrate hielten die EU-Währungshüter den Leitzins weiter bei 0,25%-Punkten. Die EZB folgt damit also nicht den Vorgaben der US-Notenbank, die die langsame Rückführung der Anleihekäufe in Angriff genommen hat.

Analysten waren wegen der geringen Inflationsrate sogar davon ausgegangen, dass die Zinsen noch weiter gesenkt werden würden. Kurz nach dem Zinsentscheid gab es dann einige Turbulenzen. So stürzte der DAX-Future ungewöhnlich stark um fast 200 Punkte ab. Zuerst wurde vermutet, dass dieser Kurssturz durch einen Tippfehler („fat finger“) verursacht worden wäre. Aber dem war nicht so. Zur Zeit untersucht die Deutsche Börse diesen Fall.

Walt Disneys Zahlen lassen Aktienkurs explodieren

Letzte Woche erzählte ich Ihnen an dieser Stelle von meinen ersten Erlebnissen mit Walt Disney. Ich hoffe, Sie sind bei der Aktie eingestiegen. Am Mittwoch verkündete nun der Medienkonzern seine Q4-Zahlen. Allein die Eintrittskarten für „ Die Eiskönigin“ und „Thor“ brachten dem Unternehmen Rieseneinnahmen in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar ein. Der Nettogewinn ist im Vergleich zum Vorjahr um 30% auf 1,8 Mrd. Dollar gestiegen. Die Disney-Aktie stieg am Donnerstag um 5%.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihre
Cindy Ullmann

PS: Ich hoffe, Sie haben sich schon für unser exklusives Mai-Event „Börse meets Golf & Wellness“ angemeldet. Die Plätze werden langsam knapp. Zögern Sie nicht länger. Melden Sie sich jetzt an.
  


Abbestellen des kostenlosen Newsletters

Wenn Sie diesen kostenlosen Newsletter abbestellen wollen, klicken Sie bitte HIER.

Ihnen wurde dieser kostenlose Newsletter weitergeleitet
und Sie wollen ihn nun auch beziehen?

Gehen Sie einfach auf www.boersenspiegel.com und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das entsprechende Formularfeld ein.

Kritik, Fragen, Anregungen?
Senden Sie uns eine E-Mail an patrycja.jopek@boersenspiegel.com.

Risikohinweis
Bitte beachten Sie: Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber für vertrauenswürdig erachtet. Dennoch ist die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der Ausführungen für die eigene Anlageentscheidung möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Wir geben zu bedenken, dass Aktien grundsätzlich mit Risiko verbunden sind. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Sie sollten sich vor jeder Anlageentscheidung weitergehend beraten lassen. Der Herausgeber kann Short- oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Copyright: © 2014 MECONOMICS. Nachdruck (auch auszugsweise), kommerzielle Weiterverbreitung und Aufnahme in kommerzielle Datenbanken nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Herausgeber:
MECONOMICS GmbH, Flemingstrasse 20-22, 36041 Fulda
 V.i.S.d.P.: Jürgen Schmitt, Fulda


Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH
Flemingstrasse 20-22
36041 Fulda
Telefon: +49 (661) 480 499 0
Telefax: +49 (661) 480 499 15
E-Mail: service@boersenspiegel.com
Datenschutz | AGB | Impressum
©2017 Börsen-Spiegel Verlagsgesellschaft mbH